Wissenswertes für Angehörige erkrankter Menschen
Ich selbst habe mehrfach intensive Erfahrungen als Angehörige gemacht.
Diese Erfahrungen waren unterschiedlich und doch im Kern ähnlich.
Als Angehörige/r eines erkrankten Menschen gibt es m.E. unterschiedliche Phasen:
die Phase,
- bevor die Krankheit ausgebrochen ist / die Diagnose noch nicht gestellt ist
- in der die Krankheit bekannt wird oder/und ausbricht
- in der der Kranke akut krank ist
- in der der Angehörige und der Kranke „warten“
- in der sich Besserung einstellt
- der Heilung
- des evtl. Rückfalls
- einer weiteren Krankheit
- der Genesung
- nach der Krankheit.
Jede Krankheit und jeder Mensch ist individuell.
Das Leben ändert sich bei Bekanntwerden einer Krankheit meist plötzlich und die/der Angehörige/r sieht sich unfreiwillig in einer Situation wieder, die oft neu ist und eine Herausforderung darstellt. Das eigene Leben ändert sich manchmal komplett. Zu den vorhandenen Aufgaben und Herausforderungen des Alltags kommen Sorgen, Gefühle und Gedanken hinzu, die meist wie eine große Welle über den Angehörigen schwappt.
Angehörige stellen meist ihr eigenes Leben in den Hintergrund, um dem Kranken zu helfen, damit dieser wieder gesund wird. Sie tun alles, damit es dem kranken, lieben Menschen besser geht. Die Gefahr besteht, sich selbst zu verlieren und mit Haut und Haaren für den Kranken da zu sein – ohne auf die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden zu achten.
Jeder Mensch hat eine bestimmte Menge an Kraft und Energie zur Verfügung. Verbraucht ein/e Angehörige/r seine eigene Energie ohne „aufzutanken“, meldet sich nicht selten der eigene Körper. Oft sendet der Körper schon vorher Signale.
Es gibt Phasen, da ist es sicherlich nötig, hundert bis hundertfünfzigprozentig für den Kranken da zu sein. Auf Dauer geht dies jedoch zu Lasten der eigenen Gesundheit und auch zu Lasten des eigenen Lebens: der Lebensqualität und der Lebensfreude.
Die Krankheit kann ein/e Angehörige/r nicht beeinflussen, beeinflussen kann ein/e Angehörige/r seine eigene Einstellung, seine eigenen Gedanken, seine eigenen Gefühle, seine eigenen Handlungen, seine eigene Zeit (Lebenszeit).
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